Wussten Sie schon?

a) dass gezeigt werden konnte, dass der Wasserpunkt des Dickdarmmeridianes die Speichelproduktion verändern kann?

(„Functional magnetic resonance imaging (fMRI) changes and saliva production associated with acupuncture at LI-2 acupuncture point: a randomized controlled study“ by Gary Deng et al)…

b) in derselben Studie sich zeigte, dass die Stimulation dieses Punktes eben die Hirnareale anregte, die aktiviert sind, wenn Speichel sich in Produktion befindet…

c) sich dies nicht zeigte, wenn ein sogenannter „Sham Punkt“ (man könnte wohl sagen: Placebo-genadelter-Punkt“) gewählt wurde…

d) die Nadelung auf nur einer Körperseite im Gehirn jedoch beidseitige Aktivierung auslöste…

und schon gewusst, dass

sich auch im Jahr 2019 immer noch die Gemüter darüber streiten, ob Akupunktur besser ist als „Schein-Akupunktur“ ? und so gut wie jedes Jahr neu die Kritiker immer wieder behaupten, dass Akupunktur nicht viel besser sei als Placebo?

a) bereits infolge einer Studie von 2007 ( 2007 Sep 24;167(17):1892-8. German Acupuncture Trials (GERAC) for chronic low back pain: randomized, multicenter, blinded, parallel-group trial with 3 groups), nach der Haake, Basler et al zeigten, dass selbst die „Schein – Akupunktur“ deutlich bessere Wirkung bei chronischen Kreuzschmerzen aufwies als Standardmethoden konventioneller Medizin, die Kritiker der Akupunktur diesen Aspekt gerne „wegignorierten“ aber zu gerne darauf verwiesen, dass die Scheinakupunktur nahezu so gut wirkte wie die Akupunktur selbst (nach 6 Monaten Behandlung fühlten sich mit Akupunktur 47,6%, mit Sham-Akupunktur 44,2%, mit konventioneller Therapie bestehend aus der Kombination von Medikamenten, Physiotherapie und Übungen 27,4% besser). Im schlimmsten aller Fälle wurde sogar argumentiert, Akupunktur bedürfe keiner umfassenden Ausbildung, da wahlloses pieksen ja ebensogut sei…

b) gerne argumentiert wird, dass allein die hohe Zuwendung durch den/die BehandlerIn die passable Wirkung erklärt, die Methode selbst jedoch aber keine Rolle spielt? hierbei gerne ignoriert wird, dass der/die AkupunkteurIn in den meisten Rahmenbedingungen weniger Zeit bei den zu Behandelnden verbringt als Physiotherapeut(Inn)en…

c) sogenannte Sham Akupunktur oft in der Nähe der eigentlichen Maximalpunkte erfolgt und somit recht wahrscheinlich annäherndes bewirkt? (Mobiltelefone emfpangen ja auch nicht nur direkt neben einem Sendemast)

d) eine kürzlich (2019) vorgestellte Metaanalyse zeigte, dass Antidepressiva keinen deutlich höheren Nutzen aufweisen sollen als Placebo*, hier die Kliniker nun Sturm laufen und darauf bestehen, dass sich in der klinischen Anwendung der Nutzen der Antidepressiva aber bestätige und damit der weitere Einsatz entsprechend gerechtfertigt sei – dieses Argument  „bestätigt in klinischer Anwendung“ jedoch von Seiten vieler Schulmediziner(Inn)en für gewöhnlich komplementärmedizinischen Therapieformen wie Homöopathie und Akupunktur nicht zugestanden wird… (* während im April 2018 ein Review im Lancet zur Wirkung von Antidepressiva getragen von einem internationalen Konsortium unter Leitung von Dr. Andrea Cipriani, University of Oxford, für 21 Medikamente festgestellt haben will, dass sie besser wirksam seien als Placebo, haben Wissenschaftler der Cochrane Collaboration den Review in einer Re-Analyse vor allem mit Blick auf die Frage überprüft, ob die Qualität der entsprechenden Studien entsprechen war. Dr. Klaus Munkholm et al kamen letztlich zu dem Schluss, dass bei kritischerer Betrachtung aller Studien sich letztlich kein Nachweis ergebe, dass Antidepressiva besser wirken als Placebos, so Munkholm et al.)

Anm.: es geht im vorangehenden nicht um die Frage, welche der Aussagen in besagten Studien wahrhaftig zutrifft, sondern allein um den Hinweis, dass häufig doppelzüngig argumentiert wird und was in dem einen Fall gelten darf für andere Fälle jedoch nicht gelten soll.